Flavio Andri / Christoph Schwitter

Spitäler und Heime wirtschaften im Dienst der Öffentlichkeit. Dank einem einheitlichen Rechnungslegungsstandard lassen sich ihre Jahresrechnungen nun vergleichen. Herausforderungen bleiben aber gerade in der Praxis bestehen.

Die Fachempfehlung zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER hat sich als Rechnungslegungsstandard für Spitäler und Heime im Kanton Graubünden etabliert. Das Ziel, dass die Jahresrechnung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (True & Fair View) widerspiegelt und dass eine Erleichterung bei der Vergleichbarkeit der Jahresrechnungen zwischen den Institutionen resultiert, wurde erreicht. Der Bündner Spital- und Heimverband überarbeitet periodisch sein Handbuch «Swiss GAAP FER für Spitäler und Heime des Kantons Graubünden». Im Januar 2018 wurde dessen letzte Aktualisierung vorgenommen. Doch wo liegen die Herausforderungen im Umgang mit Swiss GAAP FER? Und wie sehen die Neuerungen im Handbuch aus?

Herausforderungen in der Praxis

Die steigenden Anforderungen an die Jahresrechnung nach Swiss GAAP FER – wie zum Beispiel zusätzliche Angaben im Anhang, die Bewirtschaftung der Anlagebuchhaltung sowie der Umgang mit Fonds – stellen in der Praxis heute noch Herausforderungen dar.

Mittels Einführung einer detaillierten Anlagebuchhaltung wurden bei der Umstellung auf Swiss GAAP FER die Anschaffungs- und Restbuchwerte ermittelt. Diese Neubewertung der Sachanlagen nach Swiss GAAP FER führte je nach früherer Bewertungspraxis zu einer positiven oder negativen Bewertungsreserve. Eine positive Bewertungsdifferenz bleibt im Eigenkapital parkiert. Ob in Zukunft eine bisher im Eigenkapital ausgewiesene negative Bewertungsreserve mit vorhandenen Reserven für Instandsetzung und Erneuerung (IE-Reserven) verrechnet werden kann, ist zum heutigen Zeitpunkt noch ungeklärt. Wir stellen fest, dass seit der Umstellung auf Swiss GAAP FER immer wieder Unterstützungsbedarf bei der Führung der Anlagebuchhaltung inklusive der damit verbundenen Neutralisierung der Abschreibungen durch die Auflösung der Subventionsreserven oder Fonds besteht. Die Verbuchungslogik ist aber gar nicht so komplex, wie das folgende Beispiel zeigt.

Bei allfälligen Unklarheiten im Zusammenhang mit der Verbuchung von subventionierten Anlagen ist es daher hilfreich, sich dieses Beispiel immer wieder vor Augen zu führen.

Flavio Andri, dipl. Wirtschaftsprüfer,
lic.oec.publ., zugelassener
Revisionsexperte

mehrwert:

«Die Rechnungslegung nach Swiss GAAP FER
hat sich für Spitäler und Heime bewährt. Doch gerade in der
Praxis stellen sich immer wieder Fragen.
Stellen Sie Ihre Fragen ganz einfach uns.»

In der Erfolgsrechnung wird die Bestandsänderung der zweckgebundenen Fonds im ordentlichen Ergebnis und diejenige der Fonds mit Eigenkapitalcharakter in der Veränderung des Organisationskapitals am Ende der Erfolgsrechnung gezeigt.

Christoph Schwitter, dipl.
Wirtschaftsprüfer, lic.oec.publ.,
zugelassener Revisionsexperte

mehrwert:

«Entspricht Ihre Jahresrechnung dem Grundsatz
‹True & Fair View›? Wenn Sie nicht sicher sind,
dann kontaktieren Sie uns – am besten frühzeitig.»

Neuerungen seit 2018

Im Januar 2018 wurde eine aktualisierte Version des Handbuchs Swiss GAAP FER des Bündner Spital- und Heimverbands (Version 1.5) veröffentlicht. Die darin enthaltene Änderung betreffend Ausweis von Gewinnen und Verlusten aus Anlageabgängen im betrieblichen Ergebnis musste bereits rückwirkend für das Geschäftsjahr 2017 angewendet werden.

Im Weiteren sieht das Handbuch für die Jahresrechnung 2018 eine Änderung für die Bildung der Reserven für Instandsetzung und Erneuerung (IE) vor. Mit der Revision des Krankenpflegegesetzes per 1. Januar 2018 fällt die Bildung von IE-Reserven weg. Diese soll aber beibehalten werden und kann auch in Zukunft weiterhin nur für Abschreibungen, Mietkosten und Fremdkapitalzinsen verwendet werden. Eine zukünftige Äufnung der Beiträge für Instandsetzung und Erneuerung in einem vom Stiftungsrat definierten Fonds ist denkbar, wobei sich der Branchenverband betreffend Ausweis im Fremd- oder Eigenkapital noch nicht geäussert hat.

In der überarbeiteten Verordnung zum Krankenpflegegesetz (Stand 1. Januar 2018) ist unter Art. 1 die Erstellung eines Vergütungsberichts analog den Vorgaben von Art. 663bbis OR vorgesehen. Ein inhaltlicher Vorschlag für das Handbuch Swiss GAAP FER des Bündner Spital- und Heimverbands ist noch in Ausarbeitung.

FAZIT

Die Fachempfehlung zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER hat sich bei Bündner Spitälern und Heimen bewährt, und eine Vergleichbarkeit der Jahresrechnungen innerhalb der Branche wurde grösstenteils erreicht. Die Umsetzung hat sich als machbar erwiesen. Nach wie vor besteht aber Unterstützungsbedarf bei der Führung der Anlagebuchhaltung, der Verbuchung der Fonds sowie der Darstellung der Jahresrechnung nach Swiss GAAP FER. Hilfestellung bietet dabei das Handbuch Swiss GAAP FER. Wichtig ist aber auch ein Informationsaustausch mit Ihrer externen Revisionsstelle.

Quellenangaben

Der Schweizer Treuhänder, Ausgabe 2014/11 – «Swiss GAAP FER bei Spitälern und Kliniken, eine Analyse der Grundlagen zur Umsetzung der Swiss GAAP FER»

Fachempfehlung zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER

Handbuch Swiss GAAP FER für Spitäler und Heime des Kantons Graubünden